Babybestattung – Gewichtsgrenzen, Rechte, Pflichten

Für Sterneneltern ist das erste und zugleich einzige physische Kennenlernen ihres Kindes auch immer ein Abschied. Wird das Baby lebend geboren oder erreicht ein Mindestgewicht von 1000 g, sind seine Eltern zur Bestattung verpflichtet. Für totgeborene Babys unter 1000 g bieten Krankenhäuser kostenlos Bestattungen an, die von einer Seelsorgerin organisiert und auf ausgewählten Friedhöfen mit speziellen Grabstellen (Sammelbestattung) begleitet werden. Manche Eltern möchten ihr Baby individuell bestatten, dabei helfen wir gerne mit tröstlichen Ideen oder persönlichen Ritualen. Die Überführung in einem Bestattungsfahrzeug ist für lebend geborene Babys (oder ab einem Gewicht von 500 g) vorgeschrieben. Alle Sternenkinder unter 500 g haben das Recht (seit 2013) auf einen (Phantasie-) Namen sowie dessen standesamtliche Beurkundung.

Einen passenden Bestattungsort für das Sternenkind finden

Der Gedanke, ein Baby zu beerdigen, ist schwer zu ertragen. Doch bis zu diesem Moment gibt es viele Schritte, die Eltern vorbereiten und ihnen Halt geben können. Ein wichtiger Teil davon ist, sich Gedanken darüber zu machen, welche Beziehung sie zu diesem letzten Ruheort pflegen möchten. Wie und wo möchten sie ein Grab oder einen Erinnerungsort schaffen und gestalten?

Ist die Nähe entscheidend oder spielt der perfekte Ort eine größere Rolle? Viele Friedhöfe und Bestattungswälder bieten spezielle Bereiche für Sternenkinder an, die sich sowohl in der Gestaltung als auch preislich von Grabstellen für Erwachsene unterscheiden. Unter Sternenkinder-Bäumen, auf Sternenkinder-Wiesen oder in Sternenkinder-Gärten sind die Kinder nicht allein, und auch Eltern sowie Zugehörige finden in dieser Gemeinschaft Trost. Für manche Familien ist es hingegen wichtig, dass das Baby in der Nähe eines Familienmitglieds, etwa bei Opa oder der Tante, gebettet wird. Welche Möglichkeiten den Eltern offenstehen und wie die Kosten gestaltet sind, hängt dabei ganz vom jeweiligen Friedhof ab.

Welche Bestattungsmöglichkeiten gibt es für Babys in Berlin?

Alle Bestattungsarten stehen auch (nicht bestattungspflichtigen) Babys offen; – Erd-, Feuer-, See- oder Baumbestattung. Der Luisenkirchhof III am Fürstenbrunner Weg, der Friedhof Pankow III am Bürgerpark, der Friedhof Eythstraße sowie der FriedWald mit seinem Sternschnuppenbaum bieten stille und würdige Orte für Bestattung und Gedenken.

Worin wird ein Sternenkind beerdigt?

Die Entscheidung zwischen Feuer- oder Erdbestattung liegt ganz bei den Eltern. Ob ein Miniatursarg, selbst gestaltetes Holzkästchen, eine geerbte Lieblingsschachtel oder eine handgetöpferte Urne – all das bietet die Möglichkeit, persönlich Abschied zu nehmen. Es gibt außerdem speziell angefertigte Sternenkinder-Urnen und -Körbchen, die exakt auf die Größe des Kindes abgestimmt sind. Für manche Familien ist es hilfreich, schon vor der Geburt über das kleine Bettchen nachzudenken, in das das Baby nach der Geburt gelegt werden kann und mit dem wir Bestattenden das Kind gegebenenfalls von der Station abholen. Stoffe, Tücher oder Kleidung, die für das Kind vorgesehen sind, können mitgegeben oder in die Begleitung und Beerdigung einbezogen werden.

Wie viele Sternenkinder kommen jährlich in Deutschland zur Welt? 

Das Statistische Bundesamt hat die Zahlen für 2024 veröffentlicht: Rund 2.900 Babys wurden tot geboren. Nicht erfasst sind dabei die sogenannten Sternenkinder, die bei der Geburt noch lebten, aber kurz danach verstarben. Als Bestattende wünschen wir uns einen offenen und einfühlsamen Umgang mit dem Thema Sterblichkeit in der Gesellschaft und ermutigen Mütter und Väter, ihre Erfahrungen mit vorzeitig beendeten Schwangerschaften zu teilen. Umso erfreulicher ist es, dass unterstützende Angebote für Sterneneltern stetig verbessert und Strukturen wie Selbsthilfegruppen oder Vereine immer sichtbarer werden.